Facettenreiche City-S(e)oul Pt. II
5일, 26.08.2022
Tag fünf begann für mich mit einem Besuch im Dongdaemun Design Plaza (DDP). Es ist fast schon schwer zu erklären, was genau der Plaza ist und wozu er da ist. Zusammenfassen kann man wohl sagen, dass er vor allem für Kunst, Kultur, Geschichte, Lehre und Verkauf steht. DDP wurde 2014 nach fünf Jahren Bauzeit eröffnet und wenn man den Gebäudekomplex das erste Mal sieht, denkt man, es wäre ein Ufo mitten in Seoul gelandet.
Ich bin mit der U-Bahn angekommen und in der Station ausgestiegen, die sich direkt im DDP befindet. Nachdem ich das Gelände noch etwas orientierungslos erkundet habe, zog es mich in die kleinen Ausstellungen, die man kostenlos im Museum besichtigen kann. Vor allem die digitale Gallery "Light Space" hat mir sehr gefallen. Verschieden Künstler hatten in den letzten Jahren jedes Jahr andere Licht-Projektion kreiert. Ich saß bestimmt eine halbe Stunde im Dunklen und ließ mich von den sich ständig ändernden Bildern an den riesigen Leinwänden verzaubern.
Danach stattete ich dem DDP Shop einen kleinen Besuch ab und ging auch mit ein paar Kleinigkeiten wieder raus ^^ Zuletzt setzte ich mich noch eine Weile in die anscheinend eigens fürs Arbeiten, Lesen und Austauschen gestaltete "Halle" zwischen den Ausstellungs- und Verkaufsräumen. Es ist schwierig einen so futuristisch gestalteten Ort mit architekturtechnischem Laienvokabular zu beschreiben.
Direkt neben dem DDP befindet sich das Dongdaemun, nachdem der Design Plaza benannt worden ist. Dabei handelt es sich um eines der vier großen (und vier kleineres) Stadttore, welche das historische Seoul gemeinsam mit einer Stadtmauer eingrenzten. "Mun" oder 문 bedeutet Tor oder Tür auf Koreanisch.
Diese kleinen niedlichen Tierchen habe ich auf meinem Weg zum Dongdaemun vor dem Eingang eines Einkaufszentrums gefunden^^
Dongdaemun
Von oben nach unten: koreanischer warmer Nudelsalat (Japchae), Shitake-Pilze in Sojasoße, marinierter Rettich, Reis gedämpft in Lotusblättern, Kürbis-Reisporridge, Nebengerichte (Banchan): eingelegte Gurke, marinierte Kerne, Knoblauchsprossen, Eisbergsalat mit Limonen-Dressing, Süßkartoffel-Eierkuchen, Suppe aus Sojapaste.
Itaewon ist vor allem abends bekannt für ein reges Bar- und Restaurant-Leben. Außerdem ist es das internationale Viertel Seouls mit Menschen und Imbissbuden aller möglichen Nationalitäten.
Oben angekommen machten wir es uns zunächst auf der Mauer bequem und wollten den Sonnenuntergang genießen. Und dann kam das wohl komischste Erlebnis bisher in Korea. Denn plötzlich wurden wir von einer Überwachungskamera freundlich auf Englisch aufgefordert doch bitte von der Mauer runterzukommen, da die Gefahr runterzufallen zu groß wäre. Ein seltsames Gefühl
wirklich gesagt zu bekommen, dass man die ganze Zeit beobachtet wird 😅😂
Trotzdem endete der Abend mit viel Gelächter, ehrlichen Gesprächen und einer etwas schlechteren, aber trotzdem schönen Aussicht.
6일, 27.08.2022
An diesem schönen Samstag stand ein für mich überraschendes Wiedersehen und zwei der bekanntesten Tourismus-Spots auf dem Plan. Aber zunächst ging ich selbst nochmal auf Erkundungstour und zwar in einem der Stadtteile, in denen noch traditionelle Wohnhäuser stehen, sogenannte Hanoks. Hier fand ich mich nach ziellosem Laufen plötzlich in solch einem Haus wieder, welches als Kulturstätte gestaltet war. Ich verbrachte bestimmt eine Stunde damit durch das Haus und den Garten zu laufen, sowie in der kleinen Bibliothek in einem der Räume koreanische Kinderbücher zu entziffern.
6일, 27.08.2022
An diesem schönen Samstag stand ein für mich überraschendes Wiedersehen und zwei der bekanntesten Tourismus-Spots auf dem Plan. Aber zunächst ging ich selbst nochmal auf Erkundungstour und zwar in einem der Stadtteile, in denen noch traditionelle Wohnhäuser stehen, sogenannte Hanoks. Hier fand ich mich nach ziellosem Laufen plötzlich in solch einem Haus wieder, welches als Kulturstätte gestaltet war. Ich verbrachte bestimmt eine Stunde damit durch das Haus und den Garten zu laufen, sowie in der kleinen Bibliothek in einem der Räume koreanische Kinderbücher zu entziffern.
Dann machte ich mich ein zweites Mal auf zu "Maji", weil es den vorherigen Tag wirklich so lecker gewesen war, dass ich nirgendswo anders mein Mittag verbringen wollte. Auch heute war es wieder ein
Gaumenschmaus.
Und dann kam ich etwas verspätet um 13.10 Uhr beim Gyeongbokgung an. Dem größten und bekanntesten Palast der vergangenen Könige und Kaiser Koreas. Hier traf ich mich mit den zwei koreanischen Freundinnen mit denen ich einige Jahre zur Schule gegangen war. Der Zufall wollte es, dass sie zur gleichen Zeit, wie ich in ihrer Heimat waren (Sie studieren regulär beide in Berlin.) Es war mal eine andere Erfahrung mit Muttersprachlerinnen unterwegs zu sein.
Ich plane den Gyeongbokgung ein weiters Mal zu besuchen und mich dann ausführlicher mit dem Gebäude und der Geschichte zu beschäftigen, weshalb ich hier und heute nur ein paar kleine Einblicke teile.
Dann zeigten die beiden mir einen weiteren Ort, von dem ich bis dahin noch nichts gehört hatte, der aber wohl eine beliebte Anlaufstelle für Touristen in Seoul ist: die Insadong Straße. Wir besuchten ein kleines Teehaus, wo ich auch mein erstes Bingsu (Eis aus geraspelten Eisflocken in verschiedenen Sorten) in Korea aß. Und danach schlenderten wir durch Geschäfte und Stände, die traditionelle koreanische Waren, aber auch moderne Designs und Handarbeiten anboten. Ein paar kleine Eindrücke folgen:
Was man in Seoul so auf dem Weg durch die U-Bahn Station findet: eine interaktive Digital-Galerie.
Meine neuen Freunde!
Diese "Schränke" findet man überall, vor allem in Seoul. Hier gibt es Wahrsagung und Lebenstipps für jeden chinesische Tierkreiszeichen oder Singles und Paare. Ein weiterer Weg sein Schicksal zu bestimmen läuft mit Hilfe eines koreanischen Spiels. Leider habe ich nicht nur wegen der Sprachbarriere kein Wort von dem verstanden, was mir mein Zettel sagen wollte 😂
Und eine weitere kleine Galerie im Treppenhaus ^^
Eine letzte Station vor dem Abendessen war dann der Namsan Tower. Ein bekannter Aussichtpunkt und eine markante Landmarke der Skyline Seouls. Den Aufstieg ersparten wir uns tatsächlich, standen aber dafür eine halbe Stunde an der Schlange zur Seilbahn an. Doch die Zeit ging relativ schnell um und bald schon fanden wir uns mit hunderten anderen Wochenendtouristen auf dem Namsan Mountain wieder. Die Geländer der Aussichtsplattformen sind ein beliebter Ort für Liebesschlösser, so beliebt, dass sie oft nur noch aus solchen bunten, herzförmigen Schlössern mit Namen, Daten und Liebesversprechen bestehen. Trotz aller Menschen, hatten wir eine wunderschöne Aussicht über verschiedenen Teile Seouls, die auch beim Abstieg (diesmal zu Fuß) nicht an Schönheit verlor.
Plötzlich waren wir jedoch in Berlin und nicht am Namsan Tower gelandet...
...kleiner Scherz. Wir sind doch etwas weiter weg.
Noch mehr neue Freunde!
Auch das Abendessen zeigte, wie schön es war koreanisch-sprachige Freunde dabei zu haben. Die beiden fanden ein kleines Restaurant mitten in einer dunklen Gasse, welches sich aber als sehr gut herausstellte. Es gab gedämpften Reis, ganz viele Banchan (Erinnert euch, das sind Nebengerichte!) und verschiedenen Fisch, sowie Meeresfrüchte. Wir rollten alle wieder aus dem Restaurant. Und leider endete unser kleines Wiedersehen dann auch schon. Ich bin auf alle Fälle sehr dankbar für die zwei und ich hatte einen unvergesslichen Nachmittag und Abend.
Die gibt es hier auch. Ich habe auch schon einen Postboten in DHL-Uniform gesehen. Da hat man sich gleich ganz heimisch gefühlt.
Mit dem siebten Tag ist auch mein letzter voller Tag in Seoul angebrochen, den ich genießen konnte. Am nächsten Tag würde ich nach Daejeon zu meiner Uni aufbrechen.
So machte ich mich am Vormittag zu einem Ziel auf, welches schon von Anfang an auf meiner To-Do-Liste gestanden hatte: das nationale Kunstmuseum. Erstmal habe ich feststellen müssen, dass das Museum verschiedene Standorte mit unterschiedlichen Ausstellungen in ganz Seoul hat. Ich fand mich dann im Hauptgebäude wieder (Glaube ich jedenfalls...) und konnte als Studentin unter 24 alle drei derzeitigen Ausstellungen kostenlos besuchen.
Die letzte Ausstellung fand ich kulturell am interessantesten, da diese die Werke eines koreanischen Nationalkünstlers zeigte. Sein Name ist Lee Jungseop (1916 - 1956).
Seine Kunst würde ich persönlich schon fast als einfach und schlicht beschreiben. Sehr kindlich und etwas tollpatschig vielleicht. Trotzdem spürt man in vielen seiner Werke die Umstände und Sorgen, die ihn beschäftigt haben. Er arbeitet zu Zeiten der japanischen Kolonialisierung in Korea, dann während des zweiten Weltkrieges und schließlich auch während des Koreakrieges (1950-1952). Aus Gründen der Sicherheit schickte er seine japanische Frau und seine zwei Söhne nach Japan. Aus erhaltenen Briefwechseln ist ersichtlich, dass er alle drei sehr vermisste und sich nach einer Wiedervereinigung sehnte. Viele seine Werke beinhalten Kinder oder eine Frau mit Kindern. Leider verstarb er 1956 allein in Korea bevor er seine Familie wiedersehen konnte.
Am Nachmittag zeigte ich einer meiner Freundinnen, die zuvor entdeckte Insadong Straße und am Abend lief ich bei einem telefonischen Gespräch mit einem Freund aus Deutschland Kilometer am Hangang Fluss entlang und bestaunte erneut das bunte Spiel der Wasserfontänen an der Banpo Brücke.
An dem Abend hatte ich auch mein erstes typisch koreanisches Convenience-Store-Essen. Ich weiß, ich weiß. Klingt nicht besonders gesund und reichhaltig, war es auch sicher nicht. Aber es ist definitiv Teil der Kultur hier. Diese kleinen Supermärkte haben meistens Sitzgelegenheiten, einen Heißwasserspender oder sogar eine kleine Kochplatte und ein paar Mikrowellen, damit man sich Essen schnell selbst warm machen kann. Am beliebtesten sind wohl Ramen-Nudel, die man vergleichbar mit unseren 5-Minuten-Terrinen innerhalb von 3 Minuten anrühren kann.
So ging auch schließlich dieser letzte Tag in Seoul zu Ende. Inzwischen muss ich sagen, dass ich es fast schon etwas schade finde, dass ich nicht in Seoul bleiben kann. Die Stadt ist mir trotz der Größe und den vielen Menschen, mit ihren bunten Facetten ans Herz gewachsen. Vor allem, weil sie bei Reizüberflutungen und Überwältigung Orte bietet, die einen Durchatmen lassen. Auch die Kunstpräsenz in Seoul (an vielen Orten Koreas) ist fantastisch und irgendwie aufmunternd. Dies wird auf alle Fälle nicht mein letzter Besuch in Seoul bleiben, denn es gilt noch so viel zu entdecken und einfach die Atmosphäre der Stadt zu genießen.
Ich hoffe euch haben meine kleinen Einblicke in eine Woche voller Abenteuer und tausender Schritte gefallen. Wie bereits erwähnt, bin ich mir nicht sicher, wann ich wieder von mir hören lasse, also schaut einfach aller zwei Wochen mal rein und vielleicht findet ihr ja ein kleines Geschenk!
Bis dahin😊
P.S. Es sind inzwischen nun doch schon wieder zwei Wochen ins Land gegangen und es ist sooo viel passiert.
Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass meine Kommasetzung grausam ist. Ich entschuldige mich schon einmal im Voraus für alle kommenden Einträge. Ich gelobe mich zu verbessern. Ich hoffe ihr lest trotzdem alle gerne. Ansonsten schaut euch wenigstens die Bilder an😉

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