Auf ein Neues

Wer hätte es gedacht. Fünf Jahre nachdem ich meine Reise nach Irland antrat und vier Jahre nachdem ich wieder in die Heimat zurückkehrt bin, sitze ich nun wieder hier an meinem Laptop und tippe fleißig.  Vieles ist passiert: Abitur, das böse mit C, Studium. Aber nun stehe ich ein weiteres Mal vor einem kleinen Abschied und einem umso größeren Abenteuer. Und so habe ich mich nach kurzem Abwägen wiederholt dazu entschieden, meine kleines Umfeld an besagtem neuen Abenteuer teilnehmen zu lassen. 

Wie man bereits aus dem Titel meines Blogs erahnen könnte, liegt mein neues Ziel etwas weiter weg, als das letzte. Diesmal geht es auf die andere Seite unserer (noch) schönen Erde, nach Asien - genauer - in die Republik Korea oder, um hier Verwechslungen mit dem nördlichen Nachbar und darauf folgende Schockzustände zu vermeiden, nach Südkorea. 

Aber beginnen wir von ganz vorn, um alle mit dem ganzen Prozedere, namentlich Bewerbung, Vorbereitung und bevorstehenden Abflug, vertraut zu machen. 

Für diejenigen, denen die letzten Jahre meines Lebens nicht so detailliert bekannt sind, hier eine kurze Zusammenfassung:

Nach meinem Abitur begann ich ein Studium der Internationalen Beziehungen und wählte im Nebenfach Romanistik (Bei weiteren Fragen zu Inhalt und Karrierechancen mit meinem zukünftigen Abschluss, stehe ich gerne mit einem freundlichen Lächeln Rede und Antwort 😉). Im Zuge meiner Pflichtkurse für mein Hauptfach, entschied ich mich für einen Chinesisch-Sprachkurs. Der ursprüngliche Plan daraufhin für ein Austauschjahr nach China zu gehen, wurde mir leider durch die allgegenwärtig bekannte Corona-Politik der Volksrepublik durchkreuzt. So schrieb ich bei der jährlichen Bewerbung auf die Austauschplätze an den Partnerhochschulen meiner Universität ein anderes Land in die vorgesehene Zeile, welches mich schon seit einigen Jahren interessierte: Südkorea. 

Und dem Glück sei dank (oder vielleicht auch meinen unwiderstehlichen Überredungskünsten in meinem Motivations-Schreiben) wurde ich doch tatsächlich von meiner Uni für einen Austauschplatz an der Chungnam National University (kurz: CNU) in Daejeon, Südkorea nominiert. Somit blühte die Knospe meines neuen Traums ein klein bisschen weiter auf. Jetzt musste ich mich noch an der koreanischen Uni selbst bewerben. Nach langem Warten auf die Mail aus Korea, konnte ich schließlich auch diese Hürde nehmen und am 16. Juni 2022 wurde es dann offiziell. Ich würde ab September 2022 für zwei Semester an einer Universität in Korea studieren.

Nun wundern sich vielleicht einige: "Okay, sie kann Englisch, weil sie in Irland war. Sie studiert eine Studiengang, in dem sie Französisch lernt und einen Chinesisch-Kurs hat sie auch besucht. Aber wann und wo hat sie jetzt auch noch Koreanisch gelernt?"

Die Antwort darauf ist (zu meiner Schande): eigentlich noch gar nicht. Ich habe im letzten halben Jahr privat einen Online-Kurs gemacht und gemeinsam mit einer Freundin innerhalb eines Sprach-Austauschs einmal die Woche Koreanisch gelernt. Aber meiner Fähigkeiten beschränken sich auf das Vorstellen, einfache Floskeln und das Wichtigste: die fünf Sätze, mit denen ich in einem Restaurant etwas zu Essen bekomme 😋 

Das ist auch u.a. der Grund dafür, dass ich vor allem in meinem ersten Semester in Daejeon einen intensiven Koreanisch-Kurs belegen werde, um meinem Ziel zumindest halbwegs Koreanisch sprechen zu können, wenn ich wiederkomme, etwas näher zu kommen.

Tja, und jetzt sitze ich hier bei meiner Oma auf dem Sofa. Mein Visum ist genehmigt, meine Koffer sind bereits halb gepackt. Ich habe mich in den letzten Wochen bereits von vielen lieben Menschen verabschiedet und nun werde ich neben der schnellen Variante ein Leben auf Kanälen, wie Instagram zu teilen auch erneut einen Blog schreiben. Aber so ist es wohl das Leben, nicht nur hart und ungerecht (Liebe Grüße an Papa😘), sondern auch überraschend warm, aufregend und voller unerwarteter Wendungen. Schauen wir mal, was mir die nächsten Wochen so zeigen werden...

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